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	<title>tell</title>
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	<description>Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft</description>
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	<title>tell</title>
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		<title>Kritik und Vernunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Hartmut Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 09:03:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Jürgen Habermas – ein freundlicher Philosoph, der aber auch Wagnisse einging. Eine Würdigung von einem, der mit Habermas nicht warm wurde.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap">Nein, ich werde keine philosophische Gesamtwürdigung des dann wohl doch bedeutendsten, wichtigsten Philosophen der alten Bundesrepublik vorlegen. Erstens könnte ich das nur ungenügend, ich bin kein Habermas-Kenner. Zweitens: Selbst, wenn: Warum sollte ich, was Axel Honneth <a href="https://www.soziopolis.de/juergen-habermas.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a> unvergleichlich gut macht, sehr viel schlechter noch einmal machen? Zum dritten, entscheidenden: Ich bin mit Habermas nie so ganz warm geworden.</p>



<p>Das betraf nicht einmal die Inhalte, obwohl ich von den Analytikern herkam. Vernunft hochhalten in postmetaphysischen Zeiten, gerade auch gegen die „Untiefen der Rationalitätskritik“ – da gab es keinen großen Dissens. Und seine Gedanken zum wohl doch zentralen Problem aller Philosophie – wie vermittle ich zwischen der kontingenten historischen Genese und der universellen Geltung der Vernunft – werden bleiben.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Eclat in Hamburg 1989</h3>



<p>Aber Habermas, das war die SPD auf philosophisch: der alte Onkel, den man etwas langweilig und betulich fand, über den man sich klammheimlich auch gerne mal lustig machte. Und, aber das gestand sich kaum jemand ein, auf dessen Freundlichkeit man sich verlassen, den man geistig immer anpumpen konnte, wenn Not am Mann war. Und Not am Mann war eigentlich immer.</p>



<p>Das galt speziell für die Linke im Spätherbst 1989. Im Dezember 1989 bekam Habermas in Hamburg den Dr. h. c., bezeichnenderweise bei den Politikwissenschaftlern, nicht bei den Philosophen. Ich war als Philosophiestudent im Audimax dabei. Kurz vor Beginn der Veranstaltung stürmten vier, fünf westdeutsche Linke unklarer Couleur die Bühne und begehrten das Mikrofon. Alles wand sich vor Peinlichkeit. Was tat Jürgen Habermas? Mit einem souveränen: „Erst die Kollegen, bitte“ überließ er ihnen das Wort. Der Mauerfall und damit der Sieg des Westens im kalten Krieg sei, so die linke Delegation, nicht widerstandslos hinzunehmen, der Kampf gegen Imperialismus und Kapitalismus gehe weiter, der Sozialismus werde siegen. Habermas‘ Antwort war begütigend: Er werde die sozialistische Utopie immer achten, räume ihr aber nach diesem Desaster auf lange Sicht keine Chancen ein, es gehe jetzt vielmehr darum, was man aus dem Ist-Zustand mache. Das war Habermas in seiner Freundlichkeit; ganz en passant führte er seine Theorie des kommunikativen Handelns in actu vor.</p>



<p>Und dann muss man das mit dem gemütlichen Onkel cum grano salis nehmen. Habermas konnte auch anders. In sicherer Antizipation der Probleme, die eine voluntaristische Linke, eine neue „Propaganda der Tat“ mit sich bringen würde, warnte er schon 1967 vor einem „linken Faschismus“. Und so illegitim der Begriff, den er schnell wieder zurücknahm, auch war, denn der linke Tugendterror, das linke Lager und auch die linke Propaganda der Tat sind schon begrifflich etwas anderes als der völkisch-faschistische Schläger und Mörder: Den Braten hatte er der Sache nach richtig gerochen. </p>



<p>Wenige Jahre später lief die RAF Amok – mit allen bekannten Folgen. Die Kritik als solche hat Habermas nie revidiert, ihm war die Zweischneidigkeit linker Praxis, war Löwiths Warnung vor säkularisierter Erlösung, jederzeit bewusst. Der Vermahnungen post mortem (z. B. durch <a href="https://www.salonkolumnisten.com/mein-habermas/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ilko-Sascha Kowalczuk</a>) bedurfte er nun wirklich nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kritik an Martin Heidegger 1953</h3>



<p>Es war indessen bei weitem nicht das erste Mal, dass Habermas Wagnisse einging. 1953, als Philosophiestudent, ist er sein vielleicht größtes eingegangen. Wer im Jahr 1953 in der jungen Bundesrepublik einen Martin Heidegger in aller Öffentlichkeit an die NS-Verbrechen <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/habermas-1953-in-der-faz-mit-heidegger-gegen-heidegger-denken-200642929.html" data-type="link" data-id="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/autoren/habermas-1953-in-der-faz-mit-heidegger-gegen-heidegger-denken-200642929.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">erinnerte</a>, und an die Rolle, die er im ideologischen Backoffice dabei gespielt hatte, der musste schwer was los haben. </p>



<p>Präzise erteilte der 24-Jährige allem raunenden Irgendwie Bescheid, in das sich Verantwortlichkeit ja so gerne flüchtet, und etablierte mit dieser Zurückweisung von ‚Tiefe‘ zugleich das Leitmotiv seines Denkens: kritische Vernunft.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Läßt sich auch der planmäßige Mord an Millionen Menschen, um den wir heute alle wissen, als schicksalshafte Irre seinsgeschichtlich verständlich machen? Ist er nicht das faktische Verbrechen derer, die ihn zurechnungsfähig verübten – und das böse Gewissen eines ganzen Volkes? Hatten wir nicht acht Jahre Zeit seither, das Risiko der Auseinandersetzung mit dem, was war, was wir waren, einzugehen? Ist es nicht die vornehme Aufgabe der Besinnlichen, die verantwortlichen Taten der Vergangenheit zu klären und das Wissen darum wachzuhalten? – &#8230; Statt dessen betreibt die Masse der Bevölkerung, voran die Verantwortlichen von einst und jetzt, die fortgesetzte Rehabilitation. – &#8230; Statt dessen veröffentlicht Heidegger seine inzwischen achtzehn Jahre alt gewordenen Worte von der Größe und der inneren Wahrheit des Nationalsozialismus [&#8230;].</p>
</blockquote>



<p>Das hat Habermas nun nie zurückgenommen. Karl Jaspers schrieb gleich 1946: „Wir sind nicht, als unsere jüdischen Freunde abgeführt wurden, auf die Straße gegangen, haben nicht geschrien, bis man auch uns vernichtete (…). Daß wir leben, ist unsere Schuld.“ Von diesem berühmten Bekenntnis abgesehen, hat in der frühen Nachkriegszeit kaum ein deutscher Philosoph den deutschen Völkermord derart deutlich in den Blick genommen wie Habermas, zumindest nicht unter denen, die nicht emigriert waren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Historikerstreit 1986</h3>



<p>Dreißig Jahre später hat sich diese Bewertung gegen die haltlosen und monströsen Behauptungen Ernst Noltes, die zum Historikerstreit von 1986 führten, dann durchgesetzt. Wer die enthemmten Hasskommentare der gar nicht mehr so neuen Rechten auf Habermas‘ Tod zur Kenntnis nimmt, der weiß, was ein Obsiegen Noltes bedeutet hätte. Denn die Rechte tut gerade, was sie immer tut, und sie tut es so machtvoll wie seit langem nicht: Sie sinnt auf Rache für Gottweißwas, für eine behauptete, erfundene ‚Beleidigung‘, d. h. für ihr selbstverschuldetes Scheitern.</p>



<p>Habermas’ in großartiger Art und Weise betuliche, freundliche Stimme der Vernunft wird fehlen in den Kämpfen, die uns bevorstehen.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p class="has-text-align-left"><strong>Ein P.S. zum Historikerstreit</strong></p>



<p>Ernst Noltes Behauptung, Auschwitz sei, in welcher Form auch immer, lediglich als Reaktion auf die „ursprünglicheren“ stalinistischen Massenverbrechen zu deuten, vergeht vor den schlichten Fakten. Schon 1912 hat der Vorsitzende des alldeutschen Verbands, Heinrich Claß, in seinem Buch <em>Wenn ich der Kaiser wär</em> – sozusagen die Bibel der Alldeutschen – über Deportationen schwadroniert. Claß nannte sie „Evakuierung“. </p>



<p>Es war bereits alles da, was das spätere Nazi-Herz begehrte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wo fängt das an und wo hört es auf, was uns zugemutet werden soll, als zur Menschheit gehörig zu lieben und in unser Streben einzuschließen? Ist der verkommene oder halbtierische russische Bauer des Mir [Dorfgemeinschaft], der Schwarze in Ostafrika, das Halbblut Deutsch-Südwests oder der unerträgliche Jude Galiziens oder Rumäniens ein Glied dieser Menschheit?</p>
</blockquote>



<p>Claß bekam 1933 als alter Mann von den Nazis einen ‚Ehrensitz‘ im Reichstag. Sie wussten, was sie ihm schuldig waren.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Jürgen Habermas im Hörsaal des Philosophischen Seminars, Frankfurt 1969 <br>Max Scheler/Süddeutsche Zeitung Photo </h6>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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		<title>tell me what happened</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Agnese Franceschini]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 08:13:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Reden über das, was passiert – auch dafür steht der Name tell. Auf die entsprechenden Ideen kommt die Redaktion gern bei einem Glas Wein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p><strong>10 Jahre tell</strong></p>



<p>Weitere Texte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Frank Heibert: <a href="https://tell-review.de/analyse-und-wagemut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Analyse und Wagemut.</a> 31. März 2026</li>



<li>Herwig Finkeldey: <a href="https://tell-review.de/die-bloggerspontaneitaet-bewahren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Bloggerspontaneität bewahren</a>. 24. März 2026</li>



<li>Anselm Bühling: <a href="http://10%20jahre%20tell%20%20%20weitere%20texte:%20%20sieglinde%20geisel:%20stilkritik%20und%20zeitgenossenschaft.%2016.xn--%20mrz%202026%20%20herwig%20finkeldey-ydd:%20Die%20Bloggerspontaneit%C3%A4t%20bewahren.%2024.%20M%C3%A4rz%202026/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schwimmen lernen</a>. 18. März 2026</li>



<li>Sieglinde Geisel: <a href="https://tell-review.de/stilkritik-und-zeitgenossenschaft/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stilkritik und Zeitgenossenschaft</a>. 16. März 2026</li>
</ul>


</div></div>
</div></div>



<p class="has-drop-cap">Es war von Anfang an klar, dass tell mehr als Rezensionen liefern sollte. <em>tell me</em> – erzähl mir, erklär mir! <em>tell me what happened</em> – damit sind wir bei der Zeitgenossenschaft: bei Themen wie <a href="https://tell-review.de/safety-first/">Corona</a> und dem Angriffskrieg gegen die <a href="https://tell-review.de/wir-sind-keine-zuschauer/">Ukraine</a>, beim Nachdenken darüber, was es heute heißt, <a href="https://tell-review.de/gustav-stresemann-der-aufgeklaerte-konservative/">konservativ</a> zu sein, bei der Frage, was <a href="https://tell-review.de/soap-opera-der-ddr-literatur/">Christa Wolf</a> uns heute bedeutet.</p>



<p>Zu den Redaktionssitzungen gehört immer auch ein gemeinsames Essen und guter Wein. Sie begleiten unsere Gespräche, Ideen und Reflektionen, die Sieglinde dann notiert – ein Glas Wein in der einen, den Kugelschreiber in der anderen Hand.</p>



<p>Eigentlich sind diese „Redaktionssitzungen“ selbst ein Event, ein kulturelles Ereignis. Wir erzählen Anekdoten über Schriftsteller, tauschen Erfahrungen aus und kommen gemeinsam auf Ideen, die mehr sind als die Summe unserer Gesprächsbeiträge.</p>



<p>Als Radiomensch würde ich sie am liebsten aufnehmen und senden, weil tell ein Ereignis ist.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: <a href="https://www.gezett.de">Gezett</a></h6>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>
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		<title>Analyse und Wagemut</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Frank Heibert]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 07:48:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Anfang gab es auf tell Übersetzungskritik. Dabei geht es um einen Einblick in die Werkstatt des Übersetzens – und ums Nachdenken über Kriterien.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p><strong>10 Jahre tell</strong> </p>



<p>Weitere Texte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Anselm Bühling: <a href="http://10 Jahre tell   Weitere Texte:  Sieglinde Geisel: Stilkritik und Zeitgenossenschaft. 16. März 2026  Herwig Finkeldey: Die Bloggerspontaneität bewahren. 24. März 2026" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schwimmen lernen</a>. 18. März 2026</li>



<li>Sieglinde Geisel: <a href="https://tell-review.de/stilkritik-und-zeitgenossenschaft/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stilkritik und Zeitgenossenschaft</a>. 16. März 2026</li>



<li>Herwig Finkeldey: <a href="https://tell-review.de/die-bloggerspontaneitaet-bewahren/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/die-bloggerspontaneitaet-bewahren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Bloggerspontaneität bewahren</a>. 24. März 2026</li>



<li>Agnese Franceschini: <a href="https://tell-review.de/tell-me-what-happened/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">tell me what happened</a>. 3. April 2026</li>
</ul>


</div></div>
</div></div>



<p class="has-drop-cap">Es begann ein halbes Jahr, bevor tell gestartet wurde. Beim Internationalen Literaturfestival Berlin im September 2015 hielt ich einen Vortrag über das literarische Übersetzen mit dem Titel „Der unsichtbare Dritte“. Viele Menschen blenden die Tatsache der Übersetztheit beim Lesen internationaler Literatur intuitiv aus. Offenbar irritiert dieser Dritte, der oder die unsichtbar zwischen Leser und Autorin mit im Bett liegt, und stört die Illusion von Nähe. Die Leser:innen wissen nicht, wer dieser Übersetzer eigentlich ist, müssen aber blind darauf vertrauen, dass er oder sie einen guten Job macht. Nach dem Vortrag kam Sieglinde Geisel auf mich zu und lud mich ein, bei Gelegenheit für das im Entstehen begriffene Online-Magazin tell zu schreiben.</p>



<p>Im März darauf, am zweiten Tag der öffentlichen Existenz von tell, erschien mein erster Essay aus der Übersetzerwerkstatt. Der Beitrag <a href="https://tell-review.de/spooks/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Spooks“</a> betrachtet ein Wortspiel mit potenziell rassistischer Implikation in Richard Fords Novellen des Bandes <em>Frank</em> (das Buch ist 2015 in meiner Übersetzung bei Hanser Berlin erschienen). Das Wort „spooks“ kann „Gespenster, Geister“ bedeuten, zugleich ist es eine abfällige Benennung für Schwarze. Der Ich-Erzähler Frank Bascombe, ein älterer weißer Mann mit Problembewusstsein, verheddert sich ungewollt in diesem Ausdruck, der nicht leicht wirkungsäquivalent auf Deutsch zu übersetzen ist. Das erfordert analytisches Nachdenken und kreativen Mut – wie so oft beim Literaturübersetzen.</p>



<p>In den folgenden Jahren durfte ich auf tell noch oft diese Kombination aus Analyse und Wagemut aufdröseln. Man arbeitet dabei mit demselben Werkzeug, wie es die übersetzungsbezogene Stilkritik tut. Dies führte etwa zu einer ausführlichen Doppelbesprechung von Hanya Yanagiharas <em>Ein wenig Leben</em> (einmal <a href="https://tell-review.de/die-sprache-der-ueberwaeltigung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stilkritik</a>, einmal <a href="https://tell-review.de/die-literarische-stimme-und-der-satzbau/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Übersetzungskritik</a>). Der Raum, den ich auf tell für solche Dinge bekomme, wäre in Printmedien undenkbar – dabei finden Leser:innen Stilkritik durchaus spannend, sie wollen nicht nur simple Kaufempfehlungen.&nbsp;</p>



<p>Ich teile mit Sieglinde die unbeirrbare Lust an der Stilbetrachtung, um der Frage auf die Spur zu kommen, wie Literatur sprachlich gemacht ist.&nbsp;Zu dieser sprachlichen Genauigkeit zählt auch, dass jeder Artikel auf tell aufwändig redigiert wird. Kein Satz soll die Lesenden langweilen oder verwirren; auch in dieser Hinsicht habe ich viel von Sieglinde und Anselm Bühling, der ebenfalls präzise lektoriert, gelernt.</p>



<p>Der zweite Aspekt dieser Onlinezeitschrift, die Zeitgenossenschaft, ist keineswegs von dem Fokus auf Sprache abgetrennt. Zeitgenossenschaft äußert sich immer in Sprache, manchmal verraten sich politische Positionsbezüge sprachlich sogar deutlicher als auf der inhaltlichen Aussageebene. An keinem anderen Ort als bei tell hätte ich etwa die Chance bekommen, mich so ausführlich zu der politischen Frage zu äußern, wer wen übersetzen ‚darf‘: <a href="https://tell-review.de/wer-darf-wer-soll-wer-kann/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Wer darf, wer soll, wer kann“</a> heißt mein Essay über die Übersetzungsdebatte im Zusammenhang mit Amanda Gormans Gedicht „The Hill We Climb“, das sie bei Joe Bidens Präsidentschaftseinführung vorgetragen hat.</p>



<p>Das kleine Team rund um die Gründerin hat über zehn Jahre praktisch ohne finanzielle Unterstützung eine Lücke in der deutschsprachigen Literaturkritik gefüllt. Ich wünsche mir sehr, dass wir noch lange weitermachen können.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Stephan Noe</h6>



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<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>
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		<title>Die Bloggerspontaneität bewahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Herwig Finkeldey]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Mar 2026 08:08:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Was bedeutet es, als Blogger bei tell mitzuarbeiten? Ein Gründungsmitglied gibt Auskunft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p><strong>10 Jahre tell</strong> </p>



<p>Weitere Texte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sieglinde Geisel: <a href="https://tell-review.de/stilkritik-und-zeitgenossenschaft/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stilkritik und Zeitgenossenschaft</a>. 16. März 2026</li>



<li>Anselm Bühling: <a href="http://10 Jahre tell   Weitere Texte:  Sieglinde Geisel: Stilkritik und Zeitgenossenschaft. 16. März 2026  Herwig Finkeldey: Die Bloggerspontaneität bewahren. 24. März 2026" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schwimmen lernen</a>. 18. März 2026</li>



<li>Frank Heibert: <a href="https://tell-review.de/analyse-und-wagemut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Analyse und Wagemut</a>. 31. März 2026</li>



<li>Agnese Franceschini: <a href="https://tell-review.de/tell-me-what-happened/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">tell me what happened</a>. 3. April 2026</li>
</ul>


</div></div>



<p class="has-drop-cap">In den seligen 1990er Jahren nahm ich neben meinem Medizin-Studium an Lesungen und Veranstaltungen des Off-Literaturbetriebs teil; ich stellte dabei ein für die Zeit typisches Exemplar des großmäuligen Berlin-Literaten ohne Werk dar. Nach der Jahrtausendwende verschwand ich aus beruflichen und persönlichen Gründen literarisch in der Versenkung.</p>



<p>Nach über zehn Jahren tauchte ich in den 2010er Jahren wieder auf, und zwar als Blogger. Mit dieser Literaturexistenz war ich eigentlich sehr zufrieden. Dann aber wurde ich von Sieglinde Geisel eingeladen, an einem Online-Magazin mitzuarbeiten, das professionelle Literaturkritik und Literaturblogger verbinden sollte, und ich nahm die Einladung an.</p>



<p>Zu Beginn gab es Missverständnisse. Ein Blogger schreibt, der Melodie der Tastatur folgend, einfach drauflos. Bei tell aber wird redigiert, es kann vorkommen, dass ein Text auch einmal mehrheitlich abgelehnt wird. Aber gerade das Redigieren empfinde ich mittlerweile als Gewinn. Wobei ich hoffe, dass hin und wieder die Bloggerspontanität durchscheint.</p>
</div></div>



<p>Anfangs hatte ich tell als ein rein ästhetisches Medium verstanden. Von der Blogosphäre aus wollten wir einer müde gewordenen Literaturkritik Beine machen. Von Anbeginn war neben der Literaturkritik zwar auch die „Zeitgenossenschaft“ unser Anspruch. Den Brexit aber haben wir nicht kommentiert. Und der Name Donald Trump tauchte im Laufe des Jahres 2016 vor der Novemberwahl nur ein oder zweimal in unseren Texten auf. Wir konnten uns, wie wohl die gesamte linksliberale Szene, einen Wahlsieg Trumps damals einfach nicht vorstellen.</p>



<p>Der Desillusionierungsprozess, der nach Nine-Eleven und der Bankenkrise eingesetzt hatte, war bei uns noch sehr am Anfang. Die erste Trumpwahl rüttelte uns dann aber endgültig wach. Schon kurz nach diesem populistischen Orkan machten wir eine <a href="https://tell-review.de/berechtigte-sorgen-oder-angstmacherei/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Serie mit Beiträgen</a> aller Redaktionsmitglieder.</p>



<p>Wir nahmen Ulrich Greiners Buch <em><a href="https://tell-review.de/unheilige-allianzen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Heimatlos</a></em> zum Anlass, die Frage nach der Stabilität der Konservativen zu stellen. Würden sie dem populistischen Angebot erliegen oder standhalten? Unsere Abschlussdiskussion trug den Titel <a href="https://tell-review.de/medienecho/" data-type="page" data-id="5797" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Berechtigte Sorgen oder Angstmacherei?“</a>. </p>



<p>Ich empfinde diese Reihe noch immer als die wichtigste unserer zehnjährigen Geschichte. Die Fragen, die wir damals stellten, sind bis heute aktuell.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: <a href="https://www.gezett.de">Gezett</a></h6>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>
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		<title>Schwimmen lernen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anselm Bühling]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Mar 2026 11:31:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[tell ging 2016 mit viel Elan als neues Medium an den Start. Von Anfang an ging es um die Qualität der Beiträge und damit auch ums Redigieren und Redigiertwerden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p><strong>10 Jahre tell</strong> </p>



<p>Weitere Texte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sieglinde Geisel: <a href="https://tell-review.de/stilkritik-und-zeitgenossenschaft/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stilkritik und Zeitgenossenschaft</a>. 16. März 2026</li>



<li>Herwig Finkeldey: <a href="https://tell-review.de/die-bloggerspontaneitaet-bewahren/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/die-bloggerspontaneitaet-bewahren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Bloggerspontaneität bewahren</a>. 24. März 2026</li>



<li>Frank Heibert: <a href="https://tell-review.de/analyse-und-wagemut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Analyse und Wagemut</a>. 31. März 2026</li>



<li>Agnese Franceschini: <a href="https://tell-review.de/tell-me-what-happened/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">tell me what happened</a>. 3. April 2026</li>
</ul>


</div></div>
</div></div>



<p class="has-drop-cap">Große Pläne, ein überschaubares Team und eine kleine Nische: So fing es vor zehn Jahren an. Sitzungen, in denen die Ideen wie Funken sprühten: Was man alles machen, worüber man schreiben, reden, nachdenken könnte! Und dann sprangen wir ins kalte Wasser. Wir lernten bald den Unterschied zwischen dem, was man machen <em>könnte</em> und dem, was man machen <em>kann</em>. Wir lernten schwimmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Kunst des Redigierens</h3>



<p>Am Anfang stand Sieglinde Geisels Rezension eines Romans der kenianischen Autorin <a href="https://tell-review.de/gefangene-der-erinnerung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Yvonne Adhiambo Owuor</a>. Es folgte ein Feuerwerk von weiteren Beiträgen, die in den Wochen und Tagen vor dem Start entstanden waren. Der Übersetzer Frank Heibert gab einen <a href="https://tell-review.de/spooks/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Einblick</a> in seine Werkstatt. Der Schauspieler und Coach Peter Gößwein fragte nach dem <a href="https://tell-review.de/falsche-idylle/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Abgründigen</a> in einer Regieanweisung in Ibsens <em>Frau am Meer</em>. Und in ihrer Reihe <a href="https://tell-review.de/tag/satz-fuer-satz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Satz für Satz</a> ging Sieglinde der Frage nach, was literarischen Stil ausmacht: Worin besteht die Qualität eines literarischen Werks, an welchen Kriterien ist sie zu messen? Darüber nachzudenken war von Beginn an ein Anliegen von tell.</p>



<p>Das hieß auch, dass unsere eigenen Texte einem gewissen Anspruch genügen mussten. Was auf tell veröffentlicht wird, hat einen gründlichen Redaktionsprozess durchlaufen. Wer schreibt, muss sich daran gewöhnen, dass Fragen an die eigenen Texte gestellt werden. Wer redigiert, muss darauf bedacht sein, die Stimme eines fremden Textes nicht unkenntlich zu machen – so wie es Heinrich von Kleist in Elke Heinemanns <a href="https://tell-review.de/ueber-die-allmaehliche-verfaelschung-der-schriften-beim-redigieren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">literarisch-dokumentarischer Fiktion</a> mit dem Titel „Über die allmähliche Verfälschung der Schriften beim Redigieren“ tut. Die Redaktionsarbeit leistet vor allem Sieglinde, die <em>spiritus rectrix</em> von tell. Wer immer im Laufe der letzten zehn Jahre auf tell veröffentlicht hat, konnte Entscheidendes von ihr lernen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Alarmierende Lage</h3>



<p>Stichwort Zeitgenossenschaft: Was das für eine Zeit werden würde, an der wir heute alle teilhaben, zeichnete sich vor zehn Jahren erst in Ansätzen ab. 2014 hatte Putin die Ukraine ein erstes Mal überfallen. 2015 feierte Deutschland die Willkommenskultur, doch bald darauf wurden Flüchtlingsheime in Brand gesetzt, und die AfD begann ihren Aufstieg. Der Immobilienspekulant und Reality-TV-Star <a href="https://tell-review.de/die-ironie-des-menschlichen-treibens/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Donald Trump</a> bewarb sich als Präsidentschaftskandidat der Republikaner – eine absurde Episode, so schien es. Aber als tell im März 2016 online ging, lag Trump in den Primaries schon weit vorn, im Juli wurde er nominiert und im November ein erstes Mal zum US-Präsidenten gewählt. Alle diese Entwicklungen haben – unterbrochen und zugleich verstärkt durch die <a href="https://tell-review.de/tag/corona/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Covid-Pandemie</a> – inzwischen eine Dynamik entfaltet, die niemand mehr kontrollieren kann, die aber von vielen Seiten gezielt forciert wird. Hass dient als globaler Treibstoff, hocheffiziente Verbrenner übernehmen die Macht, und gar nicht wenige Menschen finden Geschmack daran.</p>



<p>In einem der ersten Beiträge auf tell beschreibt Hartmut Finkeldey, wie er sich beim Lesen einer „Spiegel“-Kolumne von Sibylle Berg an Stefan Zweigs Reaktion auf den Einzug der NSDAP in den Reichstag im Jahr 1930 <a href="https://tell-review.de/prachtvoller-hass-versus-gutmenschenscheiss/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">erinnert fühlte</a>. Zweig äußerte damals ein geradezu bewunderndes Verständnis für die „im Innersten natürliche und durchaus zu bejahende Revolte der Jugend gegen die Langsamkeit und Unentschlossenheit der hohen Politik“. Berg meinte 2016 in Bezug auf die AfD: „gegen aufgezwungenes Mainstreamdenken zu sein, ist ja schon mal ein verlockender Wert an sich“.</p>



<p>„Sibylle Berg ist nicht Stefan Zweig“, so Hartmuts Fazit, „und der 13.&nbsp;März&nbsp;2016 war nicht die Septemberwahl von 1930. Damit das so bleibt, schlage ich lieber einmal zu oft Alarm.“</p>



<p>Zehn Jahre danach ist die Lage nicht weniger alarmierend.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: tell-Sitzung 2016, von <a href="https://www.gezett.de">Gezett</a></h6>
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		<title>Stilkritik und Zeitgenossenschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2026 07:09:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor zehn Jahren schaltete tell seine ersten Beiträge frei, pünktlich zur Leipziger Messe: ein Medium des Dialogs, das Blogosphäre und Feuilleton verbindet.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p style="font-size:20px"><strong>10 Jahre tell</strong> </p>



<p>Weitere Texte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Anselm Bühling: <a href="https://tell-review.de/schwimmen-lernen/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/schwimmen-lernen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schwimmen lernen</a>. 18. März 2026</li>



<li>Herwig Finkeldey: <a href="https://tell-review.de/die-bloggerspontaneitaet-bewahren/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/die-bloggerspontaneitaet-bewahren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Bloggerspontaneität bewahren</a>. 24. März 2026</li>



<li>Frank Heibert: <a href="https://tell-review.de/analyse-und-wagemut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Analyse und Wagemut</a>. 31. März 2026</li>



<li>Agnese Franceschini: <a href="https://tell-review.de/tell-me-what-happened/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">tell me what happened</a>. 3. April 2026</li>
</ul>


</div></div>
</div></div>



<p class="has-drop-cap">Am 16. März 2016 ging tell online, doch seine Geschichte beginnt ein Jahr zuvor. Das Jahr 2015 war wohl das Jahr mit den meisten Neugründungen von Literaturblogs, und auch ich trug mich damals mit dem Gedanken eines eigenen Mediums. Der Auslöser dafür, dass aus dem bloßen Gedanken tatsächlich ein Online-Literaturmagazin wurde, war eine Debatte über „Literaturkritik im Netz“ auf dem <a href="https://www.perlentaucher.de/essay/perlentaucher-debatte-literaturkritik-im-netz.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Perlentaucher</a>: Wolfram Schütte, ehemals Literaturchef der Frankfurter Rundschau, hatte sie mit dem Text <a href="https://www.perlentaucher.de/essay/ueber-die-zukunft-des-lesens.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Die Zukunft des Lesens“</a> angestoßen.</p>



<p>An der Diskussion beteiligten sich gut zwei Dutzend Literat:innen aus der Blogosphäre und dem Feuilleton. Das gab mir das Gefühl, die Zeit sei reif.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p>tell ist ein Medium des Dialogs. Jeder Kopf liest anders, und die ‚echten‘ Leser und Leserinnen interessieren mich dabei mehr als die Berufsleser der Feuilletons. Blogger waren von Anfang an dabei, ebenso Übersetzer.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="900" height="600" data-attachment-id="119979" data-permalink="https://tell-review.de/stilkritik-und-zeitgenossenschaft/20151214-2000_2804/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?fit=2560%2C1707&amp;ssl=1" data-orig-size="2560,1707" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;4&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;gezett&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 6D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1450130766&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;gezett.de \rInformation:mail@gezett.de \rt.+49(0)302966807&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;40&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;10000&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.016666666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="20151214-2000_2804" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?fit=300%2C200&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?fit=900%2C600&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804.jpg?resize=900%2C600&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119979" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=1030%2C687&amp;ssl=1 1030w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=80%2C53&amp;ssl=1 80w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=768%2C512&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=1536%2C1024&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=2048%2C1365&amp;ssl=1 2048w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=2000%2C1333&amp;ssl=1 2000w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=450%2C300&amp;ssl=1 450w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?resize=1300%2C867&amp;ssl=1 1300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/20151214-2000_2804-scaled.jpg?w=1800&amp;ssl=1 1800w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center has-small-font-size">tell Redaktionssitzung im Dezember 2015: Herwig Finkeldey, Sieglinde Geisel, Anselm Bühling, Lars Hartmann (nicht mehr dabei), Agnese Franceschini (v.l.n.r.). Foto: <a href="https://www.gezett.de" data-type="link" data-id="https://www.gezett.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Gezett</a></p>



<p>Bei tell, und das ist mir wichtig, handelt es sich nicht um einen Blog, sondern um ein redigiertes Magazin. In einer hitzigen Diskussion hörte ich mich einmal sagen: „Das kann ich auf tell nicht verantworten.“ Und das ist für mich seither die Definition eines redigierten Mediums: Es gibt jemanden, der sich verantwortlich fühlt.</p>



<p>Auf einer tieferen Ebene ist tell aus einem Bedürfnis nach Stilkritik entstanden. Denn in vielen Kritiken wird der Inhalt eines Romans, also das <em>Was</em>, virtuos nacherzählt, während man über das <em>Wie</em> kaum etwas erfährt. Dabei ist dies das <a href="https://tell-review.de/das-kerngeschaeft-der-literaturkritik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kerngeschäft der Literaturkritik</a>: Welchen neuen Ton bringt eine Autorin in die Literatur? Worin besteht ihr Stil? Und handelt es sich dabei, überspitzt gesagt, um große Kunst oder großen Mist?</p>



<p>Mit dem <a href="https://tell-review.de/category/rubriken/page-99-test/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Page-99-Test</a> habe ich ein Verfahren des öffentlichen <em>close reading</em> entwickelt, bei dem das Augenmerk ausschließlich auf dem Stil einer einzigen Seite liegt. Es ist eine Gewebeprobe, die ihre Grenzen hat und doch immer wieder Erstaunliches zutage fördert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Unabhängigkeit des Urteils</h3>



<p>Einer meiner ersten Texte trägt den Titel <a href="https://tell-review.de/die-angst-des-kritikers-vor-dem-eigenen-urteil/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Angst des Kritikers vor seinem Urteil</a> (damals ging es noch ohne Gendern). Ich zitiere darin eine Literaturredakteurin mit den Worten: „Er hat sich als erster aufs Eis gewagt.“ Sie meinte damit einen Kollegen, der den aktuell gehypten Roman als erster gepriesen hatte.</p>



<p>Ich fand die Metapher bemerkenswert und schrieb:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Zum einen ist sie falsch: Nicht der Kritiker geht baden, wenn das Eis bricht, sondern das Buch. Zum anderen ist sie verräterisch: Offenbar riskieren die nachfolgenden Kritiker nichts mehr auf dem Eis – jedenfalls dann nicht, wenn sie den Spuren des Kritiker-Pioniers folgen.</p>
</blockquote>



<p>Als Berufskritikerin ist man unweigerlich den <em>déformations professionelles</em> ausgesetzt, und dazu gehört eben dieses Hinüberschielen zu den Kollegen. Eine gelesene Kritik kann man nicht mehr ungelesen machen, man liest das Buch nun mit einer Erwartung, und damit ist es mit der Unabhängigkeit vorbei. </p>



<p>Im Weiteren läuft man als Kritikerin Gefahr, nur noch mit dem Kopf zu lesen. Dem trägt mein Text <a href="https://tell-review.de/satz-fuer-satz-1-mit-dem-koerper-lesen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Mit dem Körper lesen“</a> Rechnung; mit ihm habe ich damals die Reihe <a href="https://tell-review.de/category/rubriken/satz-fuer-satz/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Satz für Satz“</a> eröffnet, in der ich über Kriterien des Lesens und Urteilens nachdenke.</p>



<p>Literatur entsteht nicht im luftleeren Raum, deshalb ist tell ein Magazin für „Literatur und Zeitgenossenschaft“. Zum Wort Zeitgenossenschaft hat mich der Filmregisseur und Autor <a href="https://tell-review.de/von-der-kunst-zeitgenosse-zu-sein/">Thomas Harlan</a> inspiriert. Während der letzten anderthalb Jahre seines Lebens besuchte ich ihn in der Klinik bei Berchtesgaden, wo er, schwer lungenkrank, lebte. Als ich ihn nach der schlimmsten Zeit in seinem Leben fragte, verwies er auf die Sechziger- und Siebzigerjahre. Das waren die Jahre des politischen Kampfs, etwa gegen die NS-Verbrecher, die in der BRD unbehelligt weiterlebten, was ihm als Sohn des NS-Regisseurs Veit Harlan keine Ruhe ließ. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>–&nbsp;Da habe ich auf das falsche Pferd gesetzt. Ich hatte der Frage nach dem Richtigen und dem Falschen den Vorzug gegeben vor der Frage nach dem Schönen. Ich hatte Politik mit Kunst verwechselt.<br>–&nbsp;Wie kam es dazu?<br>– Ich wollte Zeitgenosse sein.</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">A labor of love</h3>



<p>In den letzten zehn Jahren gab es mehrere Wechsel in der Redaktion. Heute sind wir zu viert: Nebst mir der Übersetzer und Russland-Kenner <a href="https://tell-review.de/author/anselm-buehling/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/author/anselm-buehling/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anselm Bühling</a>, die italienische Radiojournalistin und Musil-Leserin <a href="https://tell-review.de/author/agnese-franceschini/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/author/agnese-franceschini/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Agnese Franceschini</a> und der Arzt, Blogger und Thomas-Mann-Spezialist <a href="https://tell-review.de/author/herwig-finkeldey/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/author/herwig-finkeldey/">Herwig Finkeldey</a>. Zum erweiterten Kreis gehören etwa <a href="https://tell-review.de/author/hartmut-finkeldey/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/author/hartmut-finkeldey/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hartmut Finkeldey</a> (Zwillingsbruder von Herwig), der Übersetzer <a href="https://tell-review.de/author/frank-heibert/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/author/frank-heibert/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Frank Heibert</a>, der Publizist <a href="https://tell-review.de/author/frank-hahn/">Frank Hahn</a>, der Pianist <a href="https://tell-review.de/author/tomas-baechli/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/author/tomas-baechli/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tomas Bächli</a> und die Kunsthistorikerin <a href="https://tell-review.de/author/stephanie-jaeckel/" data-type="link" data-id="https://tell-review.de/author/stephanie-jaeckel/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stephanie Jaeckel</a>.</p>



<p>tell ist <em>a labor of love</em>, wie man auf Englisch so schön sagt, denn es war noch nie so leicht, ein Medium zu gründen und noch nie so schwer, mit einem Medium Geld zu verdienen.</p>



<p>Wir veröffentlichen weniger Beiträge als in den ersten Jahren. Aber es gibt uns noch, und nach wie vor veröffentlichen wir Texte, die in keinem anderen Medium Platz haben: zum Beispiel mein annotiertes Exemplar der Literaturliste des <a href="https://tell-review.de/der-literarische-akzess/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Literarischen Akzess</a>, den es zu meinen Zeiten an der Universität Zürich gab (mit einer Richtigstellung zu dessen Genese durch den Literaturwissenschaftler Klaus Weimar im <a href="https://tell-review.de/der-literarische-akzess/#comment-64782" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Kommentar</a>).</p>



<p>Wir brachten eine Reihe mit <a href="https://tell-review.de/safety-first/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Corona-Essays</a> von Herwig Finkeldey, und zu bestimmten Themen tauschen wir uns innerhalb der Redaktion in Text-Serien aus, z.B. über den <a href="https://tell-review.de/wir-sind-keine-zuschauer/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Angriffskrieg gegen die Ukraine</a>, <a href="https://tell-review.de/soap-opera-der-ddr-literatur/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Christa Wolf</a>, <a href="https://tell-review.de/das-erste-mal/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Franz Kafkas 100. Geburtstag</a>.</p>



<p>In unserem Jubiläumsjahr halten wir Rückschau: In unregelmäßigen Abständen erzählen wir, was uns seit den Anfängen auf tell bewegt hat. Dabei wird sichtbar, wie sehr sich unsere Welt in den letzten zehn Jahren verändert hat. Nicht nur im Hinblick aufs Gendern, sondern im Hinblick auf die beängstigenden protofaschistischen Tendenzen.</p>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Alle Bilder: <a href="https://www.gezett.de">Gezett</a></h6>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>



<p></p>
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		<title>Page-99-Test: László Krasznahorkai</title>
		<link>https://tell-review.de/page-99-test-laszlo-krasznahorkai/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sieglinde Geisel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Mar 2026 05:46:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Page-99-Test]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://tell-review.de/?p=120005</guid>

					<description><![CDATA[László Krasznahorkais Roman „Zsömle ist weg“ bietet einen rasenden Text, zumindest auf dieser Seite. Der Autor verwendet zwischen seinen Sätzen ausschließlich Kommata. Ein fauler Trick?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p>„Öffnen Sie das Buch auf Seite 99, und die Qualität des Ganzen wird sich Ihnen offenbaren.“ (Ford Madox Ford)<br>Wir lesen mit der Lupe und schauen, was der Text auf dieser Zufallsseite leistet.<br>(<em>Warnung</em>: Der Page-99-Test ersetzt keine Rezension.)</p>


</div></div>



<p class="has-drop-cap">Auf der <a href="https://tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Krasznahorkai_S.99-773x1030.jpeg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Seite 99</a> von László Krasznahorkais Roman <em>Zsömle ist weg</em> gibt es weder Punkte noch Semikola. Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Seite bestehe nur aus einem einzigen Satz, doch dem ist nicht so: Ich habe 15 grammatikalisch vollständige Sätze gezählt.</p>



<p>Die Entscheidung des Autors, ausschließlich Kommata zu verwenden, verleiht dem Text einen bezwingenden Drive. Es gibt nirgends einen Ausgang. Der Autor packt mich und rennt mit mir auf und davon, es fühlt sich an, als hätte er mich gekidnappt.</p>



<p>Auf den ersten Zeilen kommen Form und Inhalt dieser Raserei zur Deckung. Ein Mann namens Badigy – es heißt konsequent „der Badigy“, vielleicht ist es ein Spitzname oder eine Berufsbezeichnung? – konnte den „vorgeschlagenen Tag“ kaum erwarten, und als er sich ins Auto setzt, kennt er kein Halten mehr, genauso wie der Text.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>er raste den ganzen Weg aus Budapest, in dieser Richtung, also aus der Stadt heraus, war der Verkehr noch nicht stark, es gab keinen Stau, was auf dieser Strecke selten vorkam, er raste also und raste und hatte das Gefühl, das sei kein Zufall, auf diese Weise helfe ihm der liebe Gott, so schnell wie möglich da zu sein,</p>
</blockquote>



<p>Mit diesem Komma endet die Autofahrt abrupt; der Badigy ist am Ziel, und der rasende Text kommt beinahe zum Stillstand.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>und schon zerrte er an der kleinen Glocke und folgte dem Hausherrn streng in drei Schritten Abstand ins Haus,</p>
</blockquote>



<p>Vier Zeilen später gibt es einen ähnlich unvermittelten Wechsel. Nun beginnt der Bagidy zu reden, und zwar zunächst in direkter Rede.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>den angebotenen Hocker nutzte er nicht, erst, als Onkel Jószi ihn ungeduldig anschrie, er solle sich setzen und sagen, was er wolle, ich bitte um Verzeihung, sagte der Badigy, sah ihn reumütig an und stand halb vom Stuhl auf, doch er hieß ihn mit einem strengen Blick sich hinsetzen, Verzeihung für alles, so fuhr der Badigy fort, womit ich Onkel Jószi zuletzt unverzeihlich gekränkt habe, er wolle sich nicht in Erklärungen ergehen, erklärte er,</p>
</blockquote>



<p>In diesem Moment, wo der Badigy erklärt, dass er sich nicht in Erklärungen ergehen wolle (nachdem er zuvor um Verzeihung für Unverzeihliches gebeten hat), sind wir ziemlich genau in der Hälfte der Seite 99. Der Rest der Seite ist durchgehend in der indirekten Rede gehalten und besteht zu hundert Prozent aus Badigys unermüdlichen Entschuldigungen und Rechtfertigungen. Interessanterweise entspannt sich der Text syntaktisch, trotz der hyperbeflissenen Redeflut des Bagidy. Die Sätze werden länger: In der ersten, gehetzten Hälfte der Seite waren es zehn Sätze, in der zweiten Hälfte sind es nur noch fünf.</p>



<p>Das Stilmittel der fehlenden Satzzeichen suggeriert einerseits ein pausenloses Erzählen. Andererseits erfordert es von mir als Leserin engagierte Mitarbeit. In die durch keine Anführungszeichen angekündigte direkte Rede des Bagidy bin ich im rasanten Lesetempo richtiggehend reingerasselt. Der Text zwingt mir ebenso Beschleunigung auf wie Langsamkeit – eine paradoxe Erfahrung, die den Energiepegel erhöht. </p>



<p>Langweilig wird es mir auf dieser Seite nicht.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p>Und doch bleibt ein Unbehagen. Ich erlaube mir ein Experiment und mache aus dieser atemlosen Prosa einen Text mit ganz normaler Interpunktion.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Er raste den ganzen Weg aus Budapest. In dieser Richtung, also aus der Stadt heraus, war der Verkehr noch nicht stark. Es gab keinen Stau, was auf dieser Strecke selten vorkam. Er raste also und raste und hatte das Gefühl, das sei kein Zufall. Auf diese Weise helfe ihm der liebe Gott, so schnell wie möglich da zu sein. Und schon zerrte er an der kleinen Glocke und folgte dem Hausherrn streng in drei Schritten Abstand ins Haus. Den angebotenen Hocker nutzte er nicht; erst, als Onkel Jószi ihn ungeduldig anschrie, er solle sich setzen und sagen, was er wolle. „Ich bitte um Verzeihung“, sagte der Badigy, sah ihn reumütig an und stand halb vom Stuhl auf. Doch er hieß ihn mit einem strengen Blick sich hinsetzen. „Verzeihung für alles“, so fuhr der Badigy fort, „womit ich Onkel Jószi zuletzt unverzeihlich gekränkt habe.“ Er wolle sich nicht in Erklärungen ergehen, erklärte er, doch leider erlebe er bei diesen Dingen so viel Betrug, Fälschung, Provokation und Lüge.</p>
</blockquote>



<p>Das ist die Holzhammer-Methode. Man hätte die Hauptsätze an manchen Stellen durchaus durch ein Komma verbinden können, doch ich wollte wissen, wie der Text wirkt, wenn man ihn konsequent umwandelt.</p>



<p>Es ist, als läse man einen Songtext ohne die Musik. Auf einmal wirkt der Text bieder, er kommt nicht von der Stelle, zumindest im Deutschen, gut möglich, dass die Wirkung im Ungarischen eine andere ist. Er scheint mir auch inhaltlich ein wenig banal.</p>



<p>Können Satzzeichen über den Kunstcharakter, die Flughöhe eines Texts entscheiden? Offenbar ja: Sie dirigieren meine Aufmerksamkeit, und sie erzeugen einen Sound, der mich in einen anderen Bewusstseinszustand versetzt. Diese Überwältigungsästhetik verpufft, wenn man die herkömmliche Interpunktion verwendet.</p>



<p class="has-text-align-center">***</p>



<p>Ob ich dieses Hijacking die ganzen 300 Seiten durchhalten würde? Es gibt in diesem Roman keine Absätze, doch immerhin eine Einteilung in elf Kapitel, man darf also zwischendurch auf die Toilette. Die Übersetzung von Heike Flemming macht die Tempowechsel geschmeidig mit, sofern man das auf einer Seite beurteilen kann.</p>



<p><strong>Fazit</strong></p>



<p>Die Seite 99 macht Lust auf mehr. (Erste Anzeichen eines Stockholm-Syndroms?)</p>



<p>P.S. Ich habe dieses Experiment schon einmal in einem Page-99-Test gemacht, und zwar bei <a href="https://tell-review.de/page-99-test-jon-fosse/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jon Fosse</a>, dem anderen Nobelpreisträger, der ebenfalls ohne Punkte schreibt. Dort stelle ich etwas Ähnliches fest: „Auf einmal wirkt der Text alltäglich. Der Zauber ist weg, der Lesefluss trockengelegt.“ <br>Interessanterweise geht es auch bei Fosse um Überwältigungsästhetik.</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-box su-box-style-default" id="" style="border-color:#83a300;border-radius:3px;max-width:none"><div class="su-box-title" style="background-color:#b6d600;color:#FFFFFF;border-top-left-radius:1px;border-top-right-radius:1px">Angaben zum Buch</div><div class="su-box-content su-u-clearfix su-u-trim" style="border-bottom-left-radius:1px;border-bottom-right-radius:1px"> <div class="su-row"><div class="su-column su-column-size-2-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<p class="has-text-align-left">Lászlò Krasznahorkai<br><strong>Zsömle ist weg</strong><br>Roman<br>Aus dem Ungarischen von Heike Fleming<br>S. Fischer 2025 · 300 Seiten · 25 Euro<br>ISBN: 978-3103976670<br></p>



<p align="left"> Bei <a href="https://eichendorff21.de/buch/9783103976670" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eichendorff21</a> oder im lokalen Buchhandel</p>


</div></div> <div class="su-column su-column-size-1-3"><div class="su-column-inner su-u-clearfix su-u-trim">



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="631" height="1030" data-attachment-id="120007" data-permalink="https://tell-review.de/page-99-test-laszlo-krasznahorkai/cover-34/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?fit=919%2C1500&amp;ssl=1" data-orig-size="919,1500" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Cover" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?fit=184%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?fit=631%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?resize=631%2C1030&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-120007" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?resize=631%2C1030&amp;ssl=1 631w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?resize=184%2C300&amp;ssl=1 184w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?resize=49%2C80&amp;ssl=1 49w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?resize=768%2C1254&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?resize=300%2C490&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/03/Cover.jpg?w=919&amp;ssl=1 919w" sizes="(max-width: 631px) 100vw, 631px" /></figure>


</div></div></div> </div></div>
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<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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		<title>Rebellion in Farben und Formen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Jaeckel]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jan 2026 09:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Lebenswerk der 2019 verstorbenen libanesischen Malerin Huguette Caland ist derzeit in den Hamburger Deichtorhallen als Retrospektive zu sehen. „A Life in a Few Lines“ ist eine Übernahme aus Madrid. Dort wurde die Ausstellung von der Kunstwelt gefeiert.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap">Huguette Caland (1931-2019) ist eine Schwester im Geiste ihrer schreibenden und malenden libanesischen Kollegin Etel Adnan. Wie Adnan bewegte sich Caland zwischen den Kulturen, so etwa zwischen Beirut, Paris und Los Angeles. Als abstrakte Malerin erkennt man auch eine Verwandtschaft mit Hilma af Klints, die ebenfalls ungegenständliche Farbuniversen auf Leinwände brachte, allerdings nicht aus einer körperlichen Erfahrung heraus, sondern getrieben von einer metaphysischen Sehnsucht. </p>



<p>In Notizbüchern, die sie neben ihrer bildnerischen Arbeit führte, erklärt Huguette Caland den Zusammenhang in eigenen Worten:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Life is concrete because we belong to a body.<br>It is abstract because we know we are dying.</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Kampf um Unabhängigkeit</h3>



<p>Von klein an weiß Huguette El Khoury, wie sie damals noch heißt, dass sie ausbrechen möchte. Sie wird ins Beirut der 1930er Jahre hinein geboren, als Kind einer gehobenen christlichen Familie und hat dadurch viele Möglichkeiten. Aber sie ist ein Mädchen – und hier beginnt ihre Auflehnung. Schön soll sie sein, schlank, begehrenswert und amüsant. Aber das ist sie nicht. Zeit ihres Lebens wird sie ihren Körper als zu schwer, zu hässlich empfinden und ihn, so gut es geht, in der Öffentlichkeit verstecken.</p>



<p>Ihr Denken wiederum ist scharf: sie spricht laut und deutlich, gibt Widerworte. Als ihr Vater Béchara El Khoury 1943 zum ersten Präsidenten der unabhängigen Republik Libanon gewählt wird, verschärft sich ihre Situation: Die Familie steht nun im Rampenlicht, und als Huguette einen politischen Gegner des Vaters, den Franzosen Paul Caland heiratet, schlägt das nicht nur privat Wellen.</p>



<p>Sie bekommt drei Kinder, verliebt sich erneut, setzt die zweite Beziehung bei ihrem Mann durch – und beginnt zu malen. Doch erst als ihr Vater 1964 stirbt, bewirbt sie sich an der Universität Beirut mit dem Bild „Soleil rouge“. Es ist gleich am Anfang der Hamburger Ausstellung zu sehen. Eine fast monochrome blutrote Leinwand mit konzentrischen Kreisen, die erst auf den zweiten Blick erkennbar sind: ein Symbol für den sich in den Körper des Vaters fressenden Krebs, wie sie anfangs sagt. Oder später: für den schmerzhaften Sonnenaufgang ihrer Unabhängigkeit.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="900" height="675" data-attachment-id="119950" data-permalink="https://tell-review.de/rebellion-in-farben-und-formen/dth_huguette_caland_dsf1554_henning-rogge/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?fit=1280%2C960&amp;ssl=1" data-orig-size="1280,960" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning Rogge" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?fit=300%2C225&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?fit=900%2C675&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?resize=900%2C675&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119950" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?resize=1030%2C773&amp;ssl=1 1030w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?resize=80%2C60&amp;ssl=1 80w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2026/01/DTH_Huguette_Caland_DSF1554_Henning-Rogge.jpeg?w=1280&amp;ssl=1 1280w" sizes="(max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><br>Stoffe und Gewebe</h3>



<p>Schnell – und das zeigt die Retrospektive in den folgenden Räumen – entwickelt Caland ein eigenes Vokabular. Sie entwirft Bildlandschaften und Figurenbilder, die aus Formen und Farben collagiert erscheinen. Die Farben sind gedeckt, als wären Stoffe eleganter Inneneinrichtungen ihr Vorbild. Überhaupt: Stoffe und Gewebe. Sie werden neben den Linien der Schriftzeichen eine wichtige Quelle für Calands Inspiration: „Fabric“, von Menschen fabrizierte Stoffe, um Frauen in ein gesellschaftliches Korsett zu pressen – und später, als sie anfängt, eigene Kleidung zu entwerfen, Material, das ihren Körper umfließt, ihrer Haut schmeichelt.</p>



<p>1970 ist ein weiteres entscheidendes Jahr für die damals 39jährige Künstlerin. Sie trennt sich von Mann, Liebhaber und Kindern, um in Paris ein freies Künstlerinnen-Leben zu starten. Die Ausstellung zeigt eindrücklich, wie mit einem Schlag ihre Farben klar und leuchtend, die Formate größer, die Themen expliziter werden. Obwohl Caland von Anfang an eine abstrakte, nicht erzählerische Bildsprache wählt, sind die Pariser Bilder voll von erotischen Begegnungen. </p>



<p>Rückblickend schreibt sie über die Zeit in Frankreich:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>life passes. time remains.<br>time passes. life remains. lines to be filled –<br>fishing line- &#8211; &#8211; &#8211; &#8211; fishing line<br>guideline, lifeline, heart line.<br>what does it matter? </p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Körperlandschaften</h3>



<p>In Tuschezeichnungen aus der Zeit entstehen feinste Liniengespinste, sie beschreiben Begehren, Belauern oder andere Formen körperlicher Annäherung. Wie in einem <em>stream of consciousness</em> fließen die Linien über das Papier, als würde Caland nicht ein einziges Mal den Stift neu ansetzen: Träume, die beim Betrachten wie in einem Kaleidoskop immer neue Bilder entstehen lassen. Weibliche und männliche Körper, die zwischen den Linien entlang rutschen, sich einzwängen oder aufblähen. Das kann ungeheuer komisch sein, wie die Zeichnung „Mustafa, poids et haltères“ von 1970, wo sie die Konturen ihres Liebhabers mit seinen zahlreichen Freundinnen füllt.</p>



<p>Auf der großen Leinwand dagegen malt sie in Farben. Auch hier sind Linien wichtig: Sie begrenzen amorphe Formen, enorme, übergewichtige, weiche Körper, die zu pulsieren scheinen, sich hemmungslos ausdehnen oder zärtlich aneinander schmiegen. Höhepunkt dieser aus der frühen Scham emanzipierten Körperlandschaften ist ein rosaroter Hintern, der in unerschrockener Direktheit die 120 mal 120 Zentimeter große Leinwand ausfüllt – ein „Selbstporträt“, wie der Titel verrät.</p>



<p>Je weiter sich Calands Werk entfaltet, desto klarer wird, wie sehr sie von der Kalligrafie und vom Ornament kommt, das heißt, von ihren libanesischen Wurzeln, das wird in der Ausstellung sehr deutlich sichtbar. Der Vorrang der Linie, die flächenorientierte Bildlogik und Anklänge an die levantinische Textiltradition prägen in je unterschiedlicher Gewichtung alles, was sie auf Leinwand und Papier bringt. Und auch wenn wir darin Collagen sehen, Pop-Art oder jugendstiliges All-Over der Jahrhundertwende: Diese Bildfindungen stehen zugleich in der arabischen Tradition.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Fehlendes Echo im deutschen Feuilleton</h3>



<p>Neben aller Leichtigkeit gibt es auch kühlere Bilder, die von Fremdheit und Alleinsein sprechen: Die „Cityscapes“ aus den 1990er Jahren, die wie Satellitenbilder wirken und städtische Landschaften aus großer Entfernung dokumentieren. Hier dominiert das Eckige: Flächen sind hart voneinander abgegrenzt, ein Raster an Besitz und unverrückbaren Barrieren, mal als vermeintliche Architekturskizze, mal wie amputiert, weil sich die eingegrenzten Flächen im Nichts zu verlieren scheinen. Ganz wie verlassene oder zerstörte Gebiete.</p>



<p>In Spanien stieß die Retrospektive innerhalb der Kunstwissenschaft auf große Resonanz, in den deutschen Feuilletons jedoch fand sie kaum ein Echo. </p>



<p>Vielleicht kommt Huguette Caland gerade nicht zur richtigen Zeit? Vielleicht wirken ihre Arbeiten zu zärtlich, zu bunt, um als ernstzunehmendes Gegengewicht in dunklen Zeiten Aufmerksamkeit zu erlangen?</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow"><div class="su-note"  style="border-color:#e0e0e0;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;"><div class="su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim" style="background-color:#fafafa;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;">



<p><strong>Ausstellungsinformation</strong><br>Huguette Caland – A Life in A Few Lines <br>Deichtorhallen Hamburg<br>Bis zum 26.04.2026</p>


</div></div>
</div></div>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br> Alle Bilder: Deichtorhallen Hamburg (Henning Rogge) 
</h6>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>
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		<title>Weihnachtstipps 2025</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 10:01:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[tell-Listen]]></category>
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					<description><![CDATA[In unseren Weihnachtstipps empfehlen wir eine Satire auf den Rassismus (und die Schweiz), ein laientaugliches Buch über Physik, einen Roman über die Konfrontation mit der Sterblichkeit und zwei atemberaubende Klassiker.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ein Angeklagter ohne Verbrechen</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Weihnachtstipp von Herwig Finkeldey</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="753" height="1200" data-attachment-id="119918" data-permalink="https://tell-review.de/weihnachtstipps-2025/duerrenmatt-mit-rahmen/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?fit=753%2C1200&amp;ssl=1" data-orig-size="753,1200" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="Dürrenmatt mit Rahmen" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?fit=188%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?fit=646%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?resize=753%2C1200&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119918" style="width:286px;height:auto" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?w=753&amp;ssl=1 753w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?resize=188%2C300&amp;ssl=1 188w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?resize=646%2C1030&amp;ssl=1 646w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?resize=50%2C80&amp;ssl=1 50w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Duerrenmatt-mit-Rahmen.jpg?resize=300%2C478&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 753px) 100vw, 753px" /></figure>
</div>


<p>Schullektüre zu werden, ist der sichere Tod eines Buches: ein willkommener Anlass, über Lesezwang zu klagen und dieses Buch nie mehr in die Hand zu nehmen.</p>



<p>Meine Empfehlung für die Zeit zwischen den Jahren ist eine existenzialistische Erzählung über Schuld, Verbrechen und Strafe, für die Friedrich Dürrenmatt keine einhundert Seiten benötigt hat – und die ich gerne vor dem Schullektüren-Schicksal bewahren möchte.</p>



<p>In <em>Die Panne. Eine noch mögliche Geschichte</em> geht Dürrenmatt in der Vorrede davon aus, dass es kein Schicksal mehr zu erzählen gibt. Sondern dass der Zufall die Rolle des Schicksals übernommen hat. Schicksal ist somit nur noch eine statistische Größe, die einem mehr oder weniger zufällig widerfährt.</p>



<p>Im Fall dieser Geschichte ist es eine Autopanne, die den Handlungsreisenden Alfredo Traps zwingt, in einem ihm unbekannten Ort zu nächtigen. Er findet Unterschlupf bei einem alten Richter, der mit zwei juristischen Freunden unter Zuhilfenahme des Alkohols Freude am Nachspielen historischer Prozesse hat. Sollte sich allerdings die Gelegenheit ergeben, einen Prozess ganz neu zu kreieren, so ist die illustre Juristengesellschaft auch daran interessiert. Dafür benötigt man selbstredend einen Angeklagten und den finden die drei in Alfredo Traps.</p>



<p>Traps ist bereit und erkundigt sich nach dem Verbrechen, dessen er in diesem „Spiel“ angeklagt ist:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ein unwichtiger Punkt, antwortete der Staatsanwalt, das Monokel reinigend, ein Verbrechen lasse sich immer finden.</p>
</blockquote>



<p>Traps Verteidiger beginnt die Verhandlung dann mit der Behauptung:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Mein Klient ist ein Angeklagter ohne Verbrechen.</p>
</blockquote>



<p>Dass es dabei nicht bleiben wird, versteht sich bei Dürrenmatt von selbst. Aus der zufälligen Panne wird ein ernstes Spiel, und das Spiel mündet im Schicksal einer Verurteilung. Mehr wird hier nicht verraten.</p>



<p>Friedrich Dürrenmatt<br><strong>Die Panne. Eine noch mögliche Erzählung<br></strong>Diogenes 2006 · 96 Seiten · 10 Euro</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Den Spieß umdrehen</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Weihnachtstipp von Sieglinde Geisel</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="900" height="1429" data-attachment-id="119919" data-permalink="https://tell-review.de/weihnachtstipps-2025/daily-soap-mit-rahmen/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?fit=945%2C1500&amp;ssl=1" data-orig-size="945,1500" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="Daily Soap mit Rahmen" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?fit=189%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?fit=649%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?resize=900%2C1429&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119919" style="width:344px;height:auto" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?w=945&amp;ssl=1 945w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?resize=189%2C300&amp;ssl=1 189w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?resize=649%2C1030&amp;ssl=1 649w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?resize=50%2C80&amp;ssl=1 50w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?resize=768%2C1219&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Daily-Soap-mit-Rahmen.jpg?resize=300%2C476&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div>


<p>Nora Osagiobare (*1992 in Zürich) hat einen nigerianischen Vater und gehört damit zu den Schwarzen Schweizer:innen, und aus dieser Perspektive ist dieser Roman erzählt. Doch für einmal liest man keine autofiktionale Anklage gegen Rassismus. Im Gegenteil: In ihrem Debüt dreht Nora Osagiobare den Spieß um und macht sich über den Rassismus lustig (und über die Schweiz).</p>



<p>In diesem Roman treiben schwarze, weiße, schwule, promiske, gescheiterte, verschrobene Figuren ihr Unwesen, unter ihnen ein paar Reiche und ein paar Künstler – die jeweilige Schickeria gehört zu weiteren Zielen von Osagiobares Spott: Es gibt in dieser Soap Opera niemanden, der oder die ungeschoren davonkommt.</p>



<p>Der Roman <em>Daily Soap</em> ist tatsächlich eine Soap Opera, mit Fußnoten und vor allem mit Werbespots, zum Beispiel von einer PR-Agentur, die sich „der nachhaltigen Umpolung von Täter-Opfer-Diskursen“ widmet:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Sind auch Sie ein weißer, mitteleuropäischer, heterosexueller, reicher Cis-Mann und deshalb immer an allem schuld? Dann lassen Sie sich noch heute von uns beraten.</p>
</blockquote>



<p>Ein fulminantes Debüt mit maximaler Pointen-Schlagzahl. Unbegreiflich, dass dieses Buch es nicht auf die Shortlist des Schweizer Buchpreises geschafft hat. <br>(Meine ausführliche Rezension in der <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/literatur/gewitztes-debuet-nora-osagiobares-roman-daily-soap-110742249.html">FAZ</a>)</p>



<p>Nora Osagiobare<br><strong>Daily Soap<br></strong>kein &amp; aber 2025 · 288 Seiten · 24 Euro</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Das Damoklesschwert der Sterblichkeit</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Weihnachtstipp von Sieglinde Geisel</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="900" height="1469" data-attachment-id="119920" data-permalink="https://tell-review.de/weihnachtstipps-2025/mezger/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?fit=919%2C1500&amp;ssl=1" data-orig-size="919,1500" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Mezger" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?fit=184%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?fit=631%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?resize=900%2C1469&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119920" style="width:336px;height:auto" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?w=919&amp;ssl=1 919w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?resize=184%2C300&amp;ssl=1 184w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?resize=631%2C1030&amp;ssl=1 631w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?resize=49%2C80&amp;ssl=1 49w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?resize=768%2C1254&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Mezger.jpg?resize=300%2C490&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div>


<p>In Daniel Mezgers Roman <em>Bevor ich alt werde</em> geht es um Charlotte und die „Jacksonsche Krankheit“, eine fiktive Erbkrankheit, die erst im fünften Lebensjahrzehnt ausbricht. Charlotte überlegt sich, ob sie den Gen-Test machen soll. Die genetischen Chancen stehen fifty-fifty, und sie würde ein Resultat riskieren,</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>das einen zwanzig Jahre lang krank machte, bevor die Krankheit einen krank machte.</p>
</blockquote>



<p>In diesem Roman geht es, nebst anderem, um das Aufwachsen in einer kanadischen Kleinstadt, um Mutter-Tochter-Querelen, um eine gescheiterte Musikkarriere und diverse gescheiterte Liebschaften. Doch das eigentliche Anliegen des Romans besteht im Damoklesschwert, das über uns allen hängt: der Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit.</p>



<p>Großartig ist der Roman nicht nur wegen dem existenziellen Stoff, sondern mehr noch aus stilistischen Gründen. Die Formulierungen treffen mit ihrer lakonischen Genauigkeit ins Schwarze, so etwa bei Mick, den Charlotte in den letzten Jahren nicht oft gesehen hat, der Abschied hat bereits stattgefunden. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ein Nicken von ihm. Schau nicht so, dachte sie. Ein Hund, der auf ein zweites Leckerli wartet</p>
</blockquote>



<p>Auch Matt gehört zu Charlottes glücklosen Liebhabern. Als er ihr einen etwas wirren Brief schreibt, fühlt Charlotte sich verpflichtet, ihm zu antworten.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Sie ging nicht auf die Liebesbekundungen ein, der Ton kam ihr selbst so kühl vor, dass sie noch ein paar Wenn-du-was-brauchst-dann-melde-dich-Kopf-hoch-Sätze dazufügen musste.</p>
</blockquote>



<p>Immer wieder spielt der Autor mit diesen Bindestrich-Wörtern, seltsamerweise ohne dass es zur Masche wird.</p>



<p>(Meine ausführliche Rezension in der <a href="https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/literatur/daniel-mezgers-roman-bevor-ich-alt-werde-110785586.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">FAZ</a>)</p>



<p>Daniel Mezger<br><strong>Bevor ich alt werde<br></strong>altantis 2025 · 336 Seiten · 25 Euro</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Die Romantik der Physik</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Weihnachtstipp von Anselm Bühling</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="900" height="1402" data-attachment-id="119921" data-permalink="https://tell-review.de/weihnachtstipps-2025/71lavreibtl-_sl1500_/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?fit=963%2C1500&amp;ssl=1" data-orig-size="963,1500" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="71LAvrEIbtL._SL1500_" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?fit=193%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?fit=661%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?resize=900%2C1402&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119921" style="width:362px;height:auto" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?w=963&amp;ssl=1 963w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?resize=193%2C300&amp;ssl=1 193w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?resize=661%2C1030&amp;ssl=1 661w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?resize=51%2C80&amp;ssl=1 51w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?resize=768%2C1196&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/71LAvrEIbtL._SL1500_.jpg?resize=300%2C467&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div>


<p>Der Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer erzählt die Geschichte der Revolution, die sich vor etwa hundert Jahren in der Physik vollzog – der Abkehr vom klassischen Modell der Newtonschen Physik und der Arbeit am Paradigma der Quantenmechanik, die immer wieder von ungläubigem Staunen und teils heftigem Widerstreben der beteiligten Forscher begleitet war.</p>



<p>Fischer konzentriert sich auf das Jahrzehnt von 1922 bis 1932, in dem die wichtigsten Erkenntnisse der Quantentheorie ausformuliert wurden. Er wählt einen überraschenden Ansatz: Er setzt die Umwälzung in der Physik in Beziehung zu einer geistesgeschichtlichen Umwälzung, die sich ein Jahrhundert zuvor ereignete, nämlich den Wechsel von der klassischen zur romantischen Weltsicht:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>In beiden Fällen wurden überzeugende, auf mathematische Sicherheit angelegte, mit der Rationalität begründete und als abgeschlossen angekündigte Welterklärungen aufgegeben und durch irrational wirkende, von wahrscheinlich eintretenden Möglichkeiten handelnde, mit kreativen Elementen bestückte und durchgehend offenbleibende Denkweisen ersetzt.</p>
</blockquote>



<p>Fischer buchstabiert das nicht Detail für Detail durch. Aber seine Herangehensweise eröffnet unvermutete Einsichten, zumal er es nicht beim bloßen Vergleich belässt: Das Bohrsche Atommodell ist für ihn „in mehrfacher Hinsicht romantisch, was sich ganz allgemein daran zeigt, dass es nicht dadurch zustande kommt, dass man ein Geheimnis lüften konnte, sondern im Gegenteil dadurch, dass man das Mysterium vertiefte“. </p>



<p>Die geistesgeschichtliche und die naturwissenschaftliche Revolution stehen in engem Zusammenhang: Die Vorstellung von einer objektiv gegebenen Realität weicht einer Welt der unendlichen Möglichkeiten, in der vieles im Auge des Betrachters liegt. Und das hat wiederum geschichtliche Konsequenzen, von der Französischen Revolution bis zur Kernspaltung.</p>



<p>Dass sich die physikalischen Formeln der Quantentheorie als solche dem intuitiven Verständnis entziehen, dass sie sich nicht einfach in Alltagssprache übersetzen lassen, heißt für Fischer nicht, dass es sinnlos wäre, diese Theorie einem breiten Publikum zu vermitteln. Ganz im Gegenteil:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wovon man nicht sprechen kann, davon muss man erzählen, und es ist die Aufgabe der Wissenschaftler oder der dazugehörigen Historiker, aus ihrer privilegierten Position heraus damit zu beginnen.</p>
</blockquote>



<p>Die Erzählung wechselt geschmeidig zwischen Anekdote, Biografie, Geschichte und Theorie und macht dabei immer deutlich, wie alles miteinander zusammenhängt. Fischer ist – wie Werner Heisenberg und einige andere seiner Protagonisten – auch geisteswissenschaftlich gebildet; ihm ist bewusst, dass die exakten Wissenschaften philosophische und narrative Implikationen haben.</p>



<p>Deshalb kann er unbefangen erzählen, ohne banal zu werden. Er zeigt, dass es möglich ist, über Physiker (und etwas gar zu gelegentlich auch über Physikerinnen) so zu schreiben, dass es Licht auf die Physik wirft. Das liest sich anregend und hilft Nicht-Fachleuten, vieles besser zu verstehen.</p>



<p>Ernst Peter Fischer<br><strong>Die Stunde der Physiker<br></strong>Einstein, Bohr, Heisenberg und das Innerste der Welt<br>Piper 2025 · 304 Seiten · 16 Euro (Taschenbuchausgabe)</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Masterpiece unzuverlässigen Erzählens</h2>



<h4 class="wp-block-heading">Ein Weihnachtstipp von Hartmut Finkeldey</h4>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="587" height="906" data-attachment-id="119922" data-permalink="https://tell-review.de/weihnachtstipps-2025/csm_9783150194140_97aa4173fb/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?fit=587%2C906&amp;ssl=1" data-orig-size="587,906" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="csm_9783150194140_97aa4173fb" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?fit=194%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?fit=587%2C906&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?resize=587%2C906&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119922" style="width:417px;height:auto" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?w=587&amp;ssl=1 587w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?resize=194%2C300&amp;ssl=1 194w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?resize=52%2C80&amp;ssl=1 52w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/csm_9783150194140_97aa4173fb.jpg?resize=300%2C463&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 587px) 100vw, 587px" /></figure>
</div>


<p>Annette von Droste-Hülshoffs <em>Die Judenbuche</em> ist nicht nur längst kanonisiert, sondern vor sechs Jahren auch schon einmal von <a href="https://tell-review.de/weihnachtstipps-2019-klassiker/">Anselm Bühling</a> in dieser Liste empfohlen worden. Trotzdem möchte ich für die Lektüre dieses Jahrhundertwerks werben (Fontanes Fehlurteil schmerzt heute noch). Denn trotz aller Rehabilitation, zumindest in der Literaturwissenschaft (insbesondere durch Winfried Freund), gilt Annette von Droste-Hülshoff in der öffentlichen Wahrnehmung immer noch als verhuschte Stiftsjungfer, die ein paar ganz artige Sächelchen geschrieben hat.</p>



<p>Nichts dergleichen. In <em>Die Judenbuche</em>, diesem Masterpiece unzuverlässigen Erzählens („schwanken“ nennt sie es selbst), ruft die verhuschte Stiftsjungfer aus der westfälischen Provinz bereits 1842 alles auf, was die europäisch-amerikanische und inzwischen Welt-Moderne bis heute in Atem hält: gebrochene Identität (Mergel/Niemand), soziale Ungerechtigkeit, Antisemitismus, verfehltes Leben, verfehltes Lieben, kurzum: Gewalt in allen Spielarten, nicht zuletzt Gewalt in der Familie: <em>Die Judenbuche</em> ist einer der ersten Texte, in dem Männergewalt, familiäre Gewalt, nicht nur geschildert, sondern zentral thematisiert wird.</p>



<p>Schon im Einleitungsgedicht, das wie ein erratischer Block dasteht, verrätselt von Droste-Hülhoff:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wer wagt es, eitlen Blutes Drang zu messen,<br>Zu wägen jedes Wort, das unvergessen<br>In junger Brust die zähen Wurzeln trieb,<br>Des Vorurteils geheimen Seelendieb?<br>Du Glücklicher, geboren und gehegt<br>Im lichten Raum, von frommer Hand gepflegt,<br>Leg hin die Waagschal&#8216;, nimmer dir erlaubt!<br>Laß ruhn den Stein – er trifft dein eignes Haupt! –</p>
</blockquote>



<p>Den Stein nicht werfen, die Spirale der Gewalt unterbrechen, darum geht es in dieser Novelle (oder ist es eine Erzählung?).</p>



<p>Ich empfehle langsame Lektüre.</p>



<p>Annette von Droste-Hülshoff<br><strong>Die Judenbuche</strong><br>Studienausgabe<strong><br></strong>Reclam 2016 · 224 Seiten · 8 Euro</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Niklaus Bächli</h6>



<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>
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		<title>tell-Liste Kinderbücher – Weihnachten 2025</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Antje Ehmann]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 09:16:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[tell-Listen]]></category>
		<category><![CDATA[Bilderbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderbuch]]></category>
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					<description><![CDATA[In unseren Weihnachtstipps bekommt man es mit Regenwürmern, Yetis und einer entführten Lehrerin zu tun. Bei den Jugendbüchern geht es um politische Themen, so etwa um den Schmerz von zwei jungen Frauen, deren Väter von Nazis ermordet wurden.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Bilderbuch</h2>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Susanne Göhlich</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Klopf an! Zu Hause</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-31821228674" data-columns="2" data-layout="66-33"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-31821248425" style="width:69.12%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Jetzt gucken wir hinter die grüne Tür. KLOPF, KLOPF! Steckt Tim vielleicht im Kinderzimmer? Da ist er ja! Er liegt in seinem weichen Bett. Emma gibt ihm Hase Wuschel. KUSCHEL, KUSCHEL!</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p><br>Hanser, 20 Seiten,10 Euro, ab 2 Jahren</p>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow">
<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Daniel Fehr/Barbara Scholz</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Fünf Fremde in Dusty Hill</strong></p>
</div></div>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318211114584" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
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<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="900" height="837" data-attachment-id="119894" data-permalink="https://tell-review.de/tell-liste-kinderbuecher-weihnachten-2025/fuenf-fremde/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?fit=1392%2C1294&amp;ssl=1" data-orig-size="1392,1294" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Fünf Fremde" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?fit=300%2C279&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?fit=900%2C836&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?resize=900%2C837&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119894" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?w=1392&amp;ssl=1 1392w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?resize=300%2C279&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?resize=1030%2C957&amp;ssl=1 1030w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?resize=80%2C74&amp;ssl=1 80w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?resize=768%2C714&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Fuenf-Fremde.jpg?resize=1300%2C1208&amp;ssl=1 1300w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318211118719" style="width:69.38%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Sie flüsterten leise. Wir hatten kein Wort verstanden, aber es klang nicht gut. Es war klar, dass sie etwas vorhatten. Die Bank war nicht weit entfernt. Die Bäckerei auch nicht. Etwas überfallen ist ein Verbrechen. Ob es die Bank ist oder die Bäckerei. Ab jetzt waren wir sehr wachsam. Trotzdem blieben wir natürlich freundlich.</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p>Thienemann, 32 Seiten, 15 Euro, ab 5 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Matt Hunt</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Wie man einen Yeti findet</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318212155873" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318212157696" style="width:33.70%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="900" height="1049" data-attachment-id="119895" data-permalink="https://tell-review.de/tell-liste-kinderbuecher-weihnachten-2025/yeti/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?fit=1287%2C1500&amp;ssl=1" data-orig-size="1287,1500" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}" data-image-title="Yeti" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?fit=257%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?fit=884%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?resize=900%2C1049&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119895" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?w=1287&amp;ssl=1 1287w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?resize=257%2C300&amp;ssl=1 257w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?resize=884%2C1030&amp;ssl=1 884w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?resize=69%2C80&amp;ssl=1 69w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?resize=768%2C895&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Yeti.jpg?resize=300%2C350&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318212157713" style="width:66.30%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p id="block-23219505-c5e2-4387-b43c-0abb40e710a6">Ich bin nämlich eine Art Yeti-Experte. Ich habe mir alle 27 Yeti-Bücher aus der Bücherei geholt. Ich trage Yeti-Hausschuhe (natürlich nicht aus echtem Yeti). […] Manche Leute glauben ja, es gibt gar keine Yetis. Aber wartet nur ab, bis ich einen finde. Vielleicht komme ich dann in die Nachrichten.</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p>Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn <br>Verlag Antje Kunstmann, 32 Seiten, 16 Euro, ab 4 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Mac Barnett/Sydney Smith</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Ein Fest für den Weihnachtsmann</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318212155873" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318212157713" style="width:66.30%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Die Augen des Weihnachtsmannes glitzerten und funkelten, und im Kerzenschein glaubten die Wichtel, darin zwei Tränen zu sehen. „Frohe Weihnachten!“, sagte er. „Frohe Weihnachten!“, brüllten die Wichtel. Und sie aßen und tranken und sangen die ganze Nacht hindurch Weihnachtslieder. Der Weihnachtsmann sagte: „Das sollten wir jedes Jahr machen.“</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p>Aus dem Englischen von Bernadette Ott <br>Thienemann, 40 Seiten, 16 Euro, ab 4 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Kinderbuch</h2>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Sabine Lemire/Signe Kjaer</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0">Molly mittendrin. Ein eigenes Zimmer</p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318213024182" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318213025602" style="width:33.33%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="900" height="1239" data-attachment-id="119938" data-permalink="https://tell-review.de/tell-liste-kinderbuecher-weihnachten-2025/molly-2_3d_cover-web_rgb/" data-orig-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?fit=1090%2C1500&amp;ssl=1" data-orig-size="1090,1500" data-comments-opened="1" data-image-meta="{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}" data-image-title="Molly 2_3D_cover-web_RGB" data-image-description="" data-image-caption="" data-medium-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?fit=218%2C300&amp;ssl=1" data-large-file="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?fit=748%2C1030&amp;ssl=1" src="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?resize=900%2C1239&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-119938" srcset="https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?w=1090&amp;ssl=1 1090w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?resize=218%2C300&amp;ssl=1 218w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?resize=748%2C1030&amp;ssl=1 748w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?resize=58%2C80&amp;ssl=1 58w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?resize=768%2C1057&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/tell-review.de/wp-content/uploads/2025/12/Molly-2_3D_cover-web_RGB.jpg?resize=300%2C413&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Wenn ich mein eigenes Zimmer habe, brauche ich mir dein Geschrei nicht mehr anhören“, sagt Molly. Sie wirft ein Kissen nach Mingus, aber er duckt sich rechtzeitig. Es duftet nach Toastbrot. Wie jeden Samstagmorgen. Molly hört, wie Mama und Papa sich in der Küche unterhalten. „Ich glaube, heute male ich etwas“, sagt Mama.</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p><br>Aus dem Dänischen von Maike Barth<br>Klett Kinderbuch, 88 Seiten, 14 Euro, ab 7 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Tanja Esch</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Ulf und die entführte Lehrerin</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318213448675" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Es ist mal wieder suuuperöde. Kein einziger Fall für unsere Detektivbande. Wir hoffen jeden Tag, dass endlich etwas passiert. Wenigstens eine geklaute Brotdose! Aber nichts, absolut nichts tut sich. […] Frau Süllmann ist doch sonst immer megapünktlich. […] Findet ihr es gar nicht komisch, dass sie immer noch nicht da ist?!</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p><br>Kibitz Verlag, 136 Seiten, 20 Euro, ab 7 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Noemi Vola</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Über das unglückliche Leben der Regenwürmer</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318222125295" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318222126694" style="width:66.85%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Wenn der Regenwurm zu graben anfängt, weiß er noch nicht, in welche Richtung sich die Sache entwickeln wird, und die Tatsache, dass ein solcher Tunnel schier unendliche Möglichkeiten in jede Richtung bietet, bringt den Regenwurm an den Rand des Wahnsinns.</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p><br>Aus dem Italienischen von Alexandra Titze-Grabec<br>Verlag Antje Kunstmann, 264 Seiten, 24 Euro, ab 9 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Jugendbuch</h2>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Melanie Garanin</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Mein Freund Rilke</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318222125295" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318222126663" style="width:33.15%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318222126694" style="width:66.85%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Bin beruflich unterwegs. Soll was über Rilke schreiben. Ja, Rainer Maria Rilke. Und in Worpswede ist morgen ein Empfang mit Kennern. Rilke-Ultras. Meiner ist er ja nicht so. Trauerkartenbeschrifter. Aber ich freue mich, mal rauszukommen. Wusste ja nicht, WIE weit raus …</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p><br>Carlsen Comics, 192 Seiten, 26 Euro, ab 12 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Gamze Kubasik/Semiya Simsek mit Christine Werner</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Unser Schmerz ist unsere Kraft</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318222125295" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318222126663" style="width:33.15%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318222126694" style="width:66.85%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Durch unser gemeinsames Schicksal sind wir zu ganz besonderen Freundinnen geworden. Wie Schwestern. Unsere Väter wurden ermordet, als wir Jugendliche waren. Bis dahin waren wir normale Teenager mit ausländischen Wurzeln. So wie viele andere.</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p><br>Fischer Sauerländer, 192 Seiten, 17,90 Euro, ab 14 Jahren</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="has-medium-font-size mb-0 pb-0">Anne Frank</p>



<p style="font-size:30px" class="mt-0 pt-0"><strong>Füller-Kinder. Erzählungen und Ereignisse aus dem Hinterhaus</strong></p>



<div class="wp-block-coblocks-row coblocks-row-318222125295" data-columns="2" data-layout="50-50"><div class="wp-block-coblocks-row__inner has-no-padding has-no-margin is-stacked-on-mobile has-medium-gutter">
<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318222126663" style="width:33.15%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
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<div class="wp-block-coblocks-column coblocks-column-318222126694" style="width:66.85%"><div class="wp-block-coblocks-column__inner has-no-padding has-no-margin">
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>Ich habe vor ein paar Wochen angefangen, mal eine Erzählung zu schreiben, etwas, das vollkommen erfunden ist, und das hat mir so eine Freude bereitet, dass meine Füller-Kinder sich stapeln.<br>Anne Frank, 7. August 1943</p>
</blockquote>
</div></div>
</div></div>



<p><br>Originalmanuskripte aus dem Niederländischen übersetzt und bearbeitet von Ruth Löbner<br>Jacoby &amp; Stuart, Anne Frank Haus, 260 Seiten, 30 Euro</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h6 style="text-align: right;">Bildnachweis:<br>Beitragsbild: Sieglinde Geisel <br>Buchcover: Verlage</h6>



<div class="wp-block-image"><p align="center"><a href="https://steadyhq.com/tell-review?utm_source=publication&amp;utm_medium=banner"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" src="https://i0.wp.com/steady.imgix.net/gfx/banners/unterstuetzen_sie_uns_auf_steady.png?w=900&#038;ssl=1" alt="Unterstützen Sie uns auf Steady"/></a></p></div>



<p></p>
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